Nachrückerin wird Ortsvorsteherin

Wer oder was entscheidet die Wahl? Ortsbeirat in Schwalheim

LESERBRIEF KOMMENTAR VOM 8. MAI 2021 ZUM WZ ARTIKEL

Wähler*innen wählen – aber entschieden wird von den Parteien. Oft ist es so, dass dann alle Parteien gewonnen haben – zum Beispiel wenn sie weniger verloren haben als erwartet. Manchmal ist es auch so, dass dann eine Partei die meisten Stimmen bekommt und die anderen „Gewinner“ machen, kenial wie sie sind, eine Koalition. Manch einer denkt sich dann – frei und unabhängig -, das sei verfälschter Wählerwille, aber manchmal ist es auch umgekehrt.

Was allerdings in Schwalheim bei der Wahl des neuen Ortsvorstehers bzw. der neuen Ortsvorsteherin passierte, war schon, gelinde gesagt, mehr als grenzwertig.

Schauen wir auf das Wahlergebnis der Kommunalwahl vom 14. März 2021: Mit weitem Abstand hat Heinz-Dieter Hahn die meisten Stimmen in Schwalheim sammeln können. Das Wahlergebnis war ein verdienter Lohn für sein jahrelanges ehrenamtliches Engagement für Schwalheim und seine klaren politischen Positionen in den vergangenen fünf Jahren, in denen er im Schwalheimer Ortsbeirat tätig war. Heinz-Dieter Hahn ist auch Vorsitzender des Schwalheimer Vereinsrings und dazu in Schwalheim bestens bekannt und beliebt.

Doch trotz seines überaus deutlichen Stimmenvorsprungs wurde er in der konstituierenden Ortsbeiratssitzung von den neuen Schwalheimer Ortsbeiräten nicht zum Ortsvorsteher gewählt. Stattdessen haben diese auf Betreiben von dem gerade noch sehr knapp in den Ortsbeirat reingerutschten Edgar Bandow (SPD) und Alexander von Bischoffshausen (CDU) mit drei zu zwei Stimmen Frau Lisa Graudenz (FW/UWG) zur neuen Ortsvorsteherin gewählt. Obwohl die Wahl auf speziellen Wunsch von Herrn Bandow geheim (!) durchgeführt wurde, ist es ganz offensichtlich welche Ortsbeiräte für Frau Graudenz (FW/UWG) votiert haben, zumal Heinz-Dieter Hahn und Hans-Jürgen Englert gemeinsam in den Wahlkampf gezogen waren.

Der Wählerwille wurde ganz klar ignoriert und mit Füßen getreten.Über die Gründe, warum Herr Bandow (SPD) und Herr von Bischoffshausen (CDU) hier gemeinsame Sache gemacht haben und mit Frau Graudenz eine kommunalpolitisch vollkommen unerfahrene und im Ort überwiegend unbekannte Akteurin, welche ausschließlich nur aufgrund der Amts- und Mandatsniederlegung des vorherigen Ortsvorstehers kurzfristigst in den Ortsbeirat nachgerückt ist, nominiert und gewählt haben, kann man nur spekulieren, insbesondere auch mit Blick auf die neue Koalition im Bad Nauheimer Stadtparlament. Das Votum der Schwalheimer Bürger hatten die alten “neuen“ Ortsbeiräte Herr Bandow und Herr von Bischoffshausen jedenfalls nicht im Sinn, sondern haben bereits in der ersten Zusammenkunft des neuen Gremiums gegenüber ihrem treuen und arglosen Ortsbeiratskollegen öffentlich und ohne Vorwarnung intrigante Machtinteressen durchgesetzt. Die Zuschauer waren hierüber nicht wenig überrascht und schockiert. 
Unter solchen Vorzeichen stehen Schwalheim wohl schwere Zeiten bevor – der Bürgerwille wird ignoriert und die Macht egoistisch für eigene Interessen missbraucht. Umso deplatzierter dann auch die Worte von Herrn von Bischoffshausen von einem Schritt zu „einem Schwalheim“ im Anschluss an diesen politischen Messerstich. Der neuen Vorsitzenden und den anderen Vertretern des neuen Ortsbeirats Schwalheims bleibt zu wünschen, dass sie in Zukunft wieder vor allem im Interesse des Ortes agieren.

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